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neu: 8.1.2013

Nahwärme-Versorgung im Hollager Baugebiet „Barlager Brücke“

Kooperation winkt unzureichendes Konzept durch

In der öffentlichen Wallenhorster Ratssitzung am 13. Dezember 2012 wurde die Versorgung durch Nahwärme in dem geplanten Baugebiet „Barlager Brücke“ durch die Kooperation mit  Unterstützung des Ratsmitgliedes der „Die Linke“ beschlossen.

Zunächst eines vorweg: Die CDU stellt ausdrücklich klar, dass es sich bei der Energieversorgung durch Nahwärme um eine sehr gute Alternative zur Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen handelt, die grundsätzlich unterstützt wird. Dennoch musste die CDU Fraktion gegen den dargestellten Beschlussvorschlag stimmen, da dieser auf Basis eines sehr unvollständigen und unkonkreten Konzeptes beruht.  

Die genauen Gründe im Einzelnen:  

Der Beschlussvorschlag für diese Entscheidung bestand aus 3 Teilen:

  1. „Der Entwurfsplanung der iNeG (Ingenieurbüro) …wird zugestimmt“
  2. „Die Verwaltung wird beauftragt die Entwurfsplanung zu konkretisieren und … die Erschließung des Nahwärmenetzes zu vereinbaren“
  3. „Die iNeG wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung, … diese Entwurfsplanung zu konkretisieren“

 

Die dem Rat und der Verwaltung vorgelegten Entwurfsplanung (über die hier abgestimmt wurde) fehlen elementare Grundlagen und Fakten und enthält inhaltliche Mängel, z. B. über

 

  • den Energiebedarf in dem geplanten Baugebiet
  • die Planung sieht vor, dass alle Grundstücke an diesem Netz angeschlossen und jedem Bauherren allein für den Anschluss ca. 12.000 € auferlegt werden. Bauherren, die nicht diese Nachwärmeversorgung nutzen wollen, haben dennoch diese ca. 12.000 € zu zahlen oder aber: diese Kosten werden  von vornherein auf den Grundstückspreis umgelegt
  • keine Hinweise zur Anschlussbereitschaft in der bereits vorhandenen Bebauung (Stephanssiedlung) und ggf. des angrenzenden Gewerbegebietes vorlagen
  • den daraus resultierenden Bedarf an Brennmaterial, Rohstoffen
  • die Herkunft der Rohstoffe
  • welche Heizungsanlage konkret realisiert werden soll (Pellets, Hackschnitzel oder Blockheizkraftwerk?)
  • keine Angaben zu den Nachteilen (Kosten, späterer Anschluss, …)
  • der Betreiber dieser Anlage und dessen Gesellschaftsform steht noch nicht fest. Somit ist nicht klar, ob die Nutzer zukünftig  Einfluss auf den Verbrauchspreis haben (z. B. können Verbraucher  herkömmlicher Versorgung den Anbieter wechseln)
  • die Nachfrage nach Baugrundstücken in Wallenhorst ist immens hoch. z. Z. besteht in Wallenhorst für Bauwillige, junge Familien, keine Alternative zum Baugebiet „Barlager Brücke“. Die ausgewiesenen Baugebiete „Wellmanns Hügel“ und  „Hollage West“ sind bereits überzeichnet
  • Bauwillige und alle Interessierten müssen im Rahmen einer Informationsveranstaltung umfassend über Vor- und Nachteile informiert werden
  • auf Anfrage wurde seitens der iNeG bestätigt, dass die Nahwärmeversorgung im Vergleich zur herkömmlichen Versorgung (Gas/Solarthermie) für  die Bauherren keine finanziellen Vorteile hat

 
Die CDU hat in der Ratssitzung auf diese Mängel der Entwurfsplanung und der gesamten Planung hingewiesen und aus den genannten Gründen den Antrag gestellt, die Punkte 1. und 2. zu einem späteren Zeitpunkt zu beschließen bis die Mängel beseitigt sind, weitere Informationen vorliegen und somit ein schlüssiger Plan dargelegt werden kann. Die CDU hat klargestellt, dass nicht über ein Projekt  ohne ein  in sich stimmiges Konzept entschieden werden kann.

Der Ratsvorsitzende Hans Stegemann (SPD) hat die Abstimmung über diesen Antrag -der während der Ratssitzung gestellt wurde -  nicht zugelassen. Somit war nun über den gesamten Beschlussvorschlag zu entscheiden. Diesem Beschlussvorschlag, dem also ein völlig unzureichendes und unvollständiges Konzept zu Grunde liegt, haben die Kooperation und „Die Linke“ aufgrund der Mehrheitsverhältnisse dennoch so zugestimmt.

Im Interesse der Bauwilligen, jungen Familien  und unserer Bürger konnte die CDU dem Beschlussvorschlag  in dieser Form nicht zustimmen. Sie hat mit dem während der Ratssitzung gestellten Antrag  der Kooperation die Möglichkeit gegeben, die Planungen zu überarbeiten und zu vervollständigen.   Punkt 3 des Beschlussvorschlages für sich allein  wäre von der CDU unterstützt worden.

 


 

In Wallenhorst gibt es derzeit keine Nahwärmeprojekte, an denen die Vor- und Nachteile gemessen werden könnten. Daher hatte die CDU einen Antrag gestellt, zunächst für das Wallenhorster Schulzentrum diese Art der Versorgung zu erproben. Die Gemeinde Wallenhorst sollte mit gutem Beispiel voran gehen. Diese Erprobung erfolgt nun leider auf den Rücken der  Bauherren des Baugebietes „Barlager Brücke“.

Dirk Hagen, CDU Hollage

dirk.hagen@hollage-ost.de


 Weitere Informationen zum Nahwärmekonzept

 

 

 

 

 

Vergleichsberechnung Nahwärme

zu konventioneller Gas-Solarthermie-Anlage

(Tarif: RWE-Classic-Gas)